Repertoire

YA KEBIR

AMAL OMRAN UND RAFAT ALZAKOUT
Dauer: 1h. 15min

Die wörtliche Übersetzung des Stückes lautet: „Oh Herr!“ Dies bezieht sich als Ausruf – nicht eindeutig – auf eine Art Führerfigur, ob Vater, Diktator oder Gott. In seiner zweiten Arbeit „Ya Kebir“ stellt sich Collective Ma’louba der jungen Geschichte eines von Tyrannei und Korruption geprägten Landes und der Gewalt im Kontext einer patriarchalen Gesellschaft.

Nach Jahren des Schweigens sucht eine Frau ihren Bruder auf, um die Nachricht vom Tod des Vaters zu überbringen. Sie will zur Beerdigung zurück ins kriegsumtobte Land – er möchte sie von ihrer Entscheidung abbringen. Zwischen Realität, Traum und Albtraum zwingt diese Begegnung die Geschwister zur schmerzvollen Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit und dem dunklen Erbe des Vaters.

Stimmen

NRZ, Steffen Tost, 18. Dezember 2017

Im Theater an der Ruhr zeigt das Kollektive Ma`louba, welche Folgen die Verstrickung in einer Diktatur für die Familien der Täter haben.

Ein dumpfes Brummen ertönt. Auf der dunklen Bühne im Theater an der Ruhr werden die Umrisse von zwei Personen erkennbar, die verschlungen hintereinander sitzen. Es sind Bruder und Schwester, die durch die geheimdienstliche Tätigkeit des Vaters im Dienste der Diktatur schicksalhaft miteinander verkettet sind.

Der Bruder (Houssein Almoreey) ist regungslos und wird von seiner Schwester (Amal Omran) mühsam in Richtung Bühnenmitte bugsiert. Nimmt Regisseur Rafat Alzakout hier schon das Ende von "Ya Kebir" oder ist es nur das Sinnbild der wandelnden Toten für die schwer Traumatisierten, die mit einer solchen biografischen Last und Erfahrung im Leben zurecht kommen müssen? Schräge, orientalisch anmutende Marschmusik leitet den Szenenwechsel ein.

Karten

Besetzung

AMAL OMRAN
Schwester

Team

SUZANA SCHÖNWALD
Maske
SANDRA REITMAYER
Regieassistenz
كريستين لوتيش
Künstlerische Beratung und Übertitelerstellung
THERESA HUPP
Choreografische Beratung
GERT HIMMLER
Übersetzung
LYDIA BOHNE
Kostüm-Assistenz
IMMANUEL BARTZ
Produktionsleitung und Dramaturgie
CARINA BANGERT
PR und Übertitel Vorstellung
RAFAT ALZAKOUT
Regie und Text
NICOLA ABBAS
Übersetzung